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Ausgangslage

Kindertagesbetreuung wie auch Grundschule beziehen sich heute auf ein Bild vom Kind als aktiver Lerner und haben das Ziel, individuelle Entwicklungsprozesse der Kinder wahrzunehmen und zu unterstützen. Sowohl im Elementar- als auch im Primarbereich hat es in den vergangenen Jahren eine Reihe von Neuerungen im Sinne dieser Zielsetzung gegeben.

Rahmenbedingungen/Eckpfeiler in der Kindertagesbetreuung:

  • Konzeptualisierung: Spätestens seit 1997 steht mit dem infans-Projekt „Auf dem Weg zum Bildungsauftrag“ das Thema Bildung im Zentrum der Fachentwicklung. Darauf aufbauend wurde im 10-Stufen-Projekt Bildung (Institut für angewandte Sozialisationsforschung / Frühe Kindheit e.V.) eine Vorgehensweise zur Verbesserung der Bildungsqualität entwickelt
  • Normativer Rahmen: In einem Fachdiskurs wurden die „Grundsätze elementarer Bildung“ entwickelt. Sie wurden im Jahr 2004 mit der LIGA der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege im Land Brandenburg für die von ihr vertretenen Einrichtungen vereinbart.
  • Qualitätsmessung: Seit mehr als 10 Jahren wird in Kooperation mit pädquis (Pädagogische Qualitäts-Informations-Systeme gGmbH an der FU Berlin) die Struktur-, Orientierungs- und Prozessqualität von Kindereinrichtungen im Land Brandenburg gemessen. Im Jahr 2004 wurden erstmals zusätzlich weitere Messpunkte eingesetzt, die sich speziell auf Bildungsqualität beziehen. Die beiden bisher durchgeführten Kita-Qualitätswettbewerbe haben eine breite Streuung der erreichten Qualität verdeutlicht.

Rahmenbedingungen /Eckpfeiler in der Grundschule:

  • Grundschulverordnung: In § 6 Absatz 4 der Grundschulverordnung wurde mit Wirkung ab August 2005 der Auftrag aufgenommen, „jede Schülerin und jeden Schüler durch differenzierende und individualisierende Maßnahmen im Unterricht entsprechend seiner Leistung, Begabung und Neigung zu fördern und zu fordern.“ Aus der Basis einer individuellen Lernstandsanalyse im Anfangsunterricht soll ein individueller Lernplan entwickelt werden.
  • Individuelle Lernstandsanalyse im Anfangsunterricht: Im Schuljahr 2005/06 werden erstmals eine „individuelle Lernstandsanalyse“ sowie individuelle Lernpläne in den ersten Klassen eingeführt. Mit einheitlichen Verfahren für eine pädagogische Diagnostik soll festgestellt werden, mit welchen Vorkenntnissen die Kinder in die Schule kommen. In daraufhin individuell erstellten Lernplänen werden die in den Grundfertigkeiten einzelnen Lernziele und entsprechende pädagogische Angebote vermerkt. Frühzeitig soll so gezielt mit pädagogischen Angeboten auf die individuellen Stärken und Schwächen von Schülern reagiert werden.
  • Neue Rahmenlehrpläne: Sämtliche Rahmenlehrpläne der Primarstufe und der Sekundarstufe I wurden mit grundsätzlicher Orientierung am Kompetenzansatz in den letzten Jahren überarbeitet. Das Resultat sind damit weniger abzuarbeitende detaillierte Lehrpläne, sondern dünnere Curricula, die sich auf die Beschreibung von zu erreichenden Kompetenzen der Schüler konzentrieren, die in Anforderungen und Inhalten für Doppeljahrgangsstufen und in Standards für das Ende der Grundschulzeit beschrieben werden. Von Berlin, Brandenburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern wurden länderübergreifend gemeinsame Grundschullehrpläne erarbeitet. Sie liegen seit dem Schuljahr 2004/05 vor.
  • Flexible Eingangsphase: FLEX ist eine weit greifende Antwort auf die Heterogenität und unterschiedlichen Lernumstände sowie Leistungsfähigkeiten von Schülern. FLEX hat zum Ziel, alle Kinder termingemäß aufzunehmen und Zurückstellungen, Wiederholungen oder Ausschulungen zu vermeiden und wird derzeit an über hundert Grundschulen im Land Brandenburg angeboten. Schwerpunkt ist die individuelle Verweildauer von ein bis drei Jahren in der Schuleingangsphase, in der jeder Schüler in seinem eigenen Lerntempo und seinen speziellen Fähigkeiten entsprechend lernen und gefördert werden kann. Auch eine vorzeitige Schulaufnahme sowie flexible Schulaufnahmetermine zum Schulhalbjahr werden ermöglicht.