Das Teilprojekt 1 des Landes Brandenburg gliedert sich in die Teile A und B:
Die „Grundsätze Elementarer Bildung“ bilden den (normativen) Rahmen für die pädagogische Arbeit in Kindertagesstätten und sind (seit der letzten Novellierung des Kindertagesstättengesetzes Brandenburg) für alle Einrichtungen verbindlich.
Diesem verbindlichen Rahmen liegt das von infans e.V. entwickelte Bildungskonzept zugrunde. Im Rahmen der pädagogischen Arbeit von fünf mitforschenden Konsultationskitas wird das Bildungskonzept insbesondere im Hinblick auf den fachlich-konzeptionellen Schwerpunkt des „Individuellen Curriculums“– weiterentwickelt.
Hierdurch soll gewährleistet werden, das im Rahmen der pädagogischen Planung der Kindertagesstätte neben den Erziehungszielen der Erwachsenen ebenso – und vor allem - die Interessen und Neigungen jedes einzelnen Kindes Berücksichtigung finden. Angestrebt wird eine Individualisierung von Lernprozessen, deren Grundlage die Beobachtung jedes einzelnen Kindes ist. Auf der Basis dieser Beobachtungen, die dokumentiert und im Team refelektiert werden, wird es möglich, an die individuellen Interessen und Themen des Kindes anzuknüpfen und neue, dem einzelnen Kind entsprechende Anregungen zu geben und Aktivitäten anzubieten. In der Folge steht ein sich inhaltlich immer wieder neu füllender Dialog zwischen Erzieherin und Kind, der eine Herausforderung im Hinblick auf die methodisch –didaktischen Kompetenzen der Pädagoginnen ist: denn es gilt, die vertrauten Grundmuster der Befähigungspädagogik abzustreifen und sich einer dialogisch orientierten Pädagogik zuzuwenden.
Für die Implementation/Verbreitung des Infans-Konzepts werden von infans e.v. Verfahrensweisen erprobt, die eine Verbreitung des Konzepts ohne Einbußen an Qualität ermöglichen sollen. Diese werden Grundlage für ein Multiplikatorenkonzept sein, das ab 2008 beginnen wird.
Im sogenannten „Trialog“ ist vorgesehen, die Steuerungselemente Bildungskonzept, Bildungsplan und Qualitätsüberprüfung zu integrieren/zusammen zu führen, also eine Übereinstimmung von pädagogischem Handlungskonzept, Grundsätzen elementarer Bildung und Ergebnisüberprüfung herbeizuführen.
In seinem Aufsatz „Integrierte Bildungssteuerung in der Kindertagesbetreuung
Ein Ansatz“ (in: Betrifft : KINDER 12/06) beschreibt (karikiert) Detlef Diskowski die Folgen fehlender Übereinstimmung anhand eines Beispiels aus dem Alltag:
„Wenn die Straßenverkehrsordnung das Rechtsfahren gebieten würde (Normierung), die Fahrlehrer ihren Fahrschülern aber empfehlen würden, sich immer in der Mitte der Straße zu halten (Konzeptualisierung), die Blitzer alle Autos erfassen würden, die nicht auf der linken Fahrspur fahren (Messung) – dann wäre die allgemeine Verwirrung groß.“
In diesem Zusammenhang ist es erforderlich, dass die Messung von Qualität (Kindergarteneinschätzskala, KES-R) mit modernen Bildungskonzepten kompatibel wird. Es erfolgt eine kritische Reflektion der vorhandenen Merkmale, darüber hinaus werden zusätzliche (bildungsorientierte) Merkmale formuliert und schließlich Zusatzmerkmale auf der Basis des Infans-Konzepts und der Grundsätze Elementarer Bildung entwickelt/beschrieben.
Der Trialog umfasst weiter