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Projektphase I

Leitung: Frau Mechtild Akgün - Jan. 2005 – Juli 2008

Hier finden Sie folgende Informationen zur Projektphase I des TransKiGs-Projekts NRW:

 Die Ergebnisse aus Projektphase I sind auf einer eigenen Homepage dargestellt:

Ausgangslage

Seit den 1970er Jahren war die Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten zur Grundschule und die Kooperation der beteiligten Einrichtungen immer wieder Thema in pädagogischen Kreisen. In Nordrhein-Westfalen wurde seit 1988 die Kooperation zwischen Grundschulen und  Kindertageseinrichtungen mit verschiedenen Erlassen und Gesetzen, aber auch mit Konzepten und der Bildungsvereinbarung verankert. Vor diesem Hintergrund entstanden die heute praktizierten gemeinsamen Informationsveranstaltungen für die Eltern der Vierjährigen. Ebenso verbinden sich damit zahlreiche Einzelinitiativen und verschiedene Arbeitskreise, die mehr oder weniger aktiv gemeinsame Projekte gestalten und im Austausch miteinander sind. Auch ein Teil des BLK-Projektes FörMig zur Förderung von Migrantenkindern arbeitet vor diesem Hintergrund.

Geblieben sind aber nach wie vor die ungleichen Ausbildungsstandards von Erzieherinnen und Lehrerinnen, die ungleiche soziale Stellung und Bezahlung der pädagogischen Fachkräfte und nicht zuletzt die sehr eigenständigen, oft als konträr empfundenen Bildungskonzepte. Geblieben sind in weiten Kreisen auch die historisch gewachsene Ressentiments zwischen Lehrerinnen auf der einen Seite und Erzieherinnen und Sozialpädagoginnen auf der anderen Seite, wodurch die Zusammenarbeit oftmals erheblich behindert wird.

Umso dringlicher ist es, vor dem Hintergrund sich ändernder Aufgaben in Kindergärten und in der Schuleingangsphase neue Wege der Kooperation zu eröffnen. Der Übergang zwischen den Institutionen zu einem begleiteten, kontinuierlichen Prozess zu machen, ist zu einer gemeinsamen Aufgabe geworden, die gemeinsame fachliche Grundkenntnisse, gemeinsamen fachlichen Austausch und den Umgang mit der jeweils anderen Institution auf Augenhöhe voraussetzt. Nur so kann es gelingen, den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule für das einzelne Kind qualitativ zu verbessern. Dies ist mit Blick auf Pisa und empirische Untersuchungen unerlässlich für ein Gelingen des späteren individuellen Bildungsweges. 

Zielsetzungen in Projektphase I

Mit der Zielsetzung einer qualitativen Verbesserung für das einzelne Kind soll in Nordrhein-Westfalen ein Kooperations- und Fortbildungssystem entwickelt und aufgebaut werden,

  • das für einen möglichst großen Teilnehmerkreis zugänglich ist, sodass Beispiele guter Praxis weit verbreitet werden können,
  • das Räume für Begegnung und zum Abbau von Schwellenängsten schafft, 
  • das interessierten Teilnehmern fachliche Grundlagen anbietet
  • und durch Vernetzung und Bereitstellung von Materialien Synergieeffekte ermöglicht.

Hieraus ergeben sich vier Aufgabenschwerpunkte:

  1. Bestehende Beispiele guter Praxis zusammenzutragen und Ihre Gelingensbedingungen zu analysieren.
  2. Unter Beachtung der Übertragbarkeit von Gelingensbedingungen unterstützende Strukturen zu schaffen, innerhalb derer sich bestehende Kooperationsinitiativen weiterentwickeln und neue Initiativen entstehen können.
  3. Bestehende Fortbildungen zu den fachlichen Grundlagen des Übergangs zu erheben, Informationen dazu zugänglich zu machen und wo nötig zu ergänzen. 
  4. Materialien zu sammeln, auszuwerten und zu ergänzen, welche aus den Erfordernissen der Praxis heraus entstehen können, um den Prozess der Kooperation nachhaltig und langfristig zu unterstützen.

Zielgruppen

Grundlage  für die Teilnahme am Projekt ist Freiwilligkeit. Die Bereitschaft der teilnehmenden Institutionen, zum Wohle des Kindes,  aber auch zur Verbesserung der eigenen Arbeitsqualität mitzuarbeiten,  ist Voraussetzung.

Entsprechend ist das Projekt  zunächst einmal offen für solche Verbünde, die sich bereits zusammengeschlossen haben und andere an ihren Erfahrungen teilhaben lassen wollen. Erwarten können diese Verbünde, dass Sie in der Entwicklung ihrer Kooperation unterstützt werden und erste bedarfsorientierte Fortbildungsangebote erhalten.

Zeitgleich werden Strukturen auf den verschiedenen Ebenen aufgebaut, angefangen von regionalen Arbeitskreisen bis hin zur obersten Ebene, in der unter anderem Mitglieder der Verbände, der oberen Schulaufsicht, der Landesjugendämter und der Elternverbände vertreten sein werden. Ziel ist, durch die gemeinsame Arbeit von Jugendhilfe und Grundschule auf den verschiedenen strukturellen Ebenen Unterstützung für die Kooperationsverbünde bereitzustellen.

Sukzessive wird das Projekt geöffnet für weitere interessierte Kooperationspartner, die entweder bisher noch nicht zusammengearbeitet haben oder deren Arbeitskreise nicht mehr bestehen. Sie erhalten noch zu entwickelnde Arbeitshilfen und eine Einbindung in das Strukturnetz.

Angebote des Projekts in Phase I

Folgende Möglichkeiten eröffnen sich für die Teilnehmer:

  • Fortbildungsangebote zu nutzen, um die Prinzipien des kindlichen Lernens und die Übergangsproblematik besser einschätzen zu können, sowie wichtige Lernprozesse und Lernphasen des Kindes anders unterstützen zu können.
  • Die andere Seite (Kindergarten / Grundschule) besser kennen zu lernen, um Ängste, Unsicherheiten und Vorbehalte abzubauen.
  • Erfahrungen in gemeinsamen Projekten zu gewinnen, welche die Arbeit der „anderen Seite“ einmal ganz hautnah erleben lassen und zeigen, was man voneinander lernen kann. 
  • Strukturen nutzen zu können, die den neuen Prozess unterstützen, bereichern, in Gang halten und Erfahrungen für viele nutzbar machen.
    Ressourcen nutzen zu können, die sonst nur mit besonderem Zeitaufwand zu erschließen wären.


Erwartungen  an die Teilnehmer

Von den Teilnehmern wird erwartet, dass sie sich aktiv in den Kooperationsprozess einbringen. Dies bedeutet:

  • Die Einsicht und Bereitschaft, die Problematik des Übergangs in der Einrichtung zum Thema zu machen und alle pädagogischen Fachkräfte sowie die Eltern daran zu beteiligen.
  • Die Offenheit, die anderen pädagogischen Fachkräfte neu in den Blick zu nehmen und zu akzeptieren, ohne dabei die Eigenständigkeit aufzugeben.
  • Dazu gehören gemeinsame, aber auch gleichberechtigt nebeneinander stehende unterschiedliche Sichtweisen von Bildung und Bildungsbegleitung.
  • Die Zusage, verbindlich an der Gestaltung eines Arbeitskreises mitzuwirken und die eigenen Erfahrungen einzubringen.

Bisher beteiligte Stadt- und Landkreise

Hier finden sie eine Karte, die einen Überblick gibt über alle bisher beteiligten Stadt- und Landkreise in Nordrhein-Westfalen. Sie arbeiten teilweise unabhängig von TransKiGs. Teilweise beziehen sie TransKiGs in ihre Entwicklungsprozesse ein.